100

5.3.5.
Jesus hat, da Antipas häufig außer Landes und in Rom war, selbst die Rolle und die Pflichten

Jerusalem, orthodoxe Juden
Jerusalem, orthodoxe Juden

eines Landesherrn wahrgenommen, Recht gesprochen, sich um die wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Landes und sei­ner Bewohner gekümmert, so dass er schon zu seiner Zeit als Statthalter von der Bevölkerung als Landesvater wahrgenommen wurde.

5.3.6.
Jesus war verantwortlich für die Gründung und die Erbauung der Stadt Tiberias am See Genezareth. In der Modellstadt Tiberias konnte Jesus seine Ideen einer idealen Gesellschaft in praktischer Politik verwirk­lichen.

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085

5.2.10.
Die Nachricht Mt 13,55, Jesus sei Sohn eines tekton, ist zu übersetzen mit Jesus ist auch einer von den tektons, so auch

Jerusalem, Grabeskirche
Jerusalem, Grabeskirche

die Paral­lele Mk 6,3. Der Semitismus verwendet die Vokabel Sohn für die Bezeichnung der Zugehörigkeit. Das griechische Wort tekton kann einen Bauhandwerker, aber auch einen Architekten, einen Baumeister, einen Bauherren bezeichnen.

Jesus wird als tekton, als Architekt und Baumeister vorgestellt, weil er – im Auftrag des Fürsten Antipas – die Stadt Tiberias, die neue Hauptstadt Galiläas, errichtet hatte.

Die Idee, der Handwerker­sohn Jesus hätte alle seine Weisheiten durch göttliche Eingebung erhalten anstatt durch flei­ßiges Studieren, widerspricht dem Prinzip von Ockhams Rasier­messer, wonach die einfachste Lösung die richtige ist.

053

3.4.3.
Gleiche Bürgerrechte für alle Neubürger von Tiberias

Caesarea am Meer, Pilatus-Inschrift
Caesarea am Meer, Pilatus-Inschrift

werden bei Jo­sephus und in den Gleichnissen Jesu im Neuen Testament gleicher­maßen bezeugt, Ant 18,2,3; Mt 20,1-16; 22,1-14par.

3.4.4.
Das Herrschaftsmodell Jesu für Galiläa sah einen starken Monarchen vor und war übernational konzipiert, es gewährte Juden und Griechen, Angehörigen der sozialen Ober- und Unterschicht die gleichen Bürger­rechte.