108

5.5.8.
Der geografische Ausgangspunkt des Urchristentums war Samaria-Sebaste. Hier war Jesus 36 n. Chr. gekreuzigt worden, von hier waren

Jerusalem, El Aksa-Moschee
Jerusalem, El Aksa-Moschee

die Proteste ausgegangen, die zur Absetzung des Pilatus geführt hatten. Hier wirkte Simon Magus, der die gnostische Jesus-Bewegung anführte und der in der christlichen Überlieferung zu Simon Petrus, dem Spre­cher der Jünger und der Apostel, wurde. Hier gab es die erste Täufer­gemeinde, die den gnostischen Geistempfang bei der Taufe noch nicht kannte, Act 8,12;16.

Und die große Rede des Stephanus, des ersten christlichen Märtyrers, in Act 7 atmet den Geist der samaritanischen Jesus-Bewegung des Jakobus: Stephanus verweist auf den samarita­nischen Messias, den Taeb, Act 7,37=Dt 18,15.

Hier startet die Mission mit Philippus in Act 8 und daran schließt Lukas in der Apostel­geschichte, nur unterbrochen von der Bekehrung des Paulus, die Missionstätigkeit des Petrus in Lydda, Joppe und Caesarea Maritima an.

106

5.5.4.
Der Tod Jesu
Am Berg Garizim in Samarien wendete sich das Blatt. Jesus wurde von Pilatus als Aufständischer gefangen genommen und gekreuzigt. Ein toter

Jerusalem, Tempelberg von Südwest
Jerusalem, Tempelberg von Südwest

Messias ist kein Messias. Jesus hatte die Anhänger, die einen irdischen Messias und ein irdisches Messiasreich erwartet hatten, enttäuscht. Die Teilnehmer des Messiaszuges zerstreuten sich und kehrten in ihre Heimatdörfer und -städte zurück. Da Jesus keine Schü­ler hatte, konnte es keine Erben und keine Fortsetzung seiner Tätigkeit geben.

5.5.5. (=5.2.24)
Das Ende der Feinde Jesu

Die Gegner Jesu konnten sich ihres Sieges über den Messias nicht lange erfreuen. Pilatus und der Hohepriester Kaiphas wurden noch im selben Jahr 36 n. Chr. abgesetzt, Ant 18,4,2f, Kaiser Tiberius starb am 16. März 37 n. Chr. Anti­pas wurde 39 n. Chr. abgesetzt und nach Gallien verbannt, seine Frau Herodias folgte ihm in die Verbannung.

Das Missgeschick seiner Feinde rehabilitierte Jesus in den Augen seiner Anhänger. Sie glaubten, Gott selbst habe den Tod Jesu an seinen Feinden gerächt.

098

5.2.24.
Die Gegner Jesu konnten sich ihres Sieges über den Messias nicht lange erfreuen. Pilatus und der Hohepriester Kaiphas

Jerusalem, Klagemauer, jüdischer Ritus
Jerusalem, Klagemauer, jüdischer Ritus

wurden noch im selben Jahr 36 n. Chr. abgesetzt, Ant 18,4,2f, Kaiser Tiberius starb am 16. März 37 n. Chr., Anti­pas wurde 39 n. Chr. abgesetzt und nach Gallien verbannt, seine Frau Herodias folgte ihm in die Verbannung.

Das Missgeschick seiner Feinde rehabilitierte Jesus in den Augen seiner Anhänger. Sie glaubten, Gott selbst habe den Tod Jesu an seinen Feinden gerächt.

096

5.2.21.
Warum bezieht sich der Bericht des Josephus über den samaritanischen Messias (Ant 18,4,1) auf Jesus? Welche Details der Erzählung

Jerusalem, Felsendom und Klagemauer
Jerusalem, Felsendom und Klagemauer

sind in den Evangelien und bei Josephus identisch? Welche Unterschiede gibt es? Wie sind sie zu erklären? Identisch sind der Römer Pilatus, der Aufruhr, die Hinrichtungsart Kreuzigung (ergibt sich bei Josephus aus dem Verurteilungsgrund Aufruhr).

Gleich sind auch: Die Schuld der Hingerichteten ist zweifelhaft (wird bei Jose­phus im Anschluss berichtet), der Zeitpunkt (ergibt sich bei Josephus aus dem Ende seiner Amtszeit), in den Evangelien ist der genaue Zeitpunkt nicht angegeben, der Zeitraum ergibt sich aus der Amtszeit des Pilatus.

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095

5.2.20.
Pontius Pilatus, der Präfekt von Judäa und Samarien, sah in dem Triumphzug Jesu einen antirömischen Aufruhr, zerstreute

Jerusalem, Felsendom und Klagemauer
Jerusalem, Felsendom und Klagemauer

die Volks­menge und ließ Jesus und die anderen Anführer 36 n. Chr. am heiligen Berg Garizim in Samarien kreuzigen. Josephus schreibt (Ant 18,4,1):

Unterdessen hatten auch die Samariter sich empört, aufgereizt von einem Menschen, der sich aus Lügen nichts machte und dem zur Erlangung der Volksgunst jedes Mittel recht war. …

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