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5.2.10.
Die Nachricht Mt 13,55, Jesus sei Sohn eines tekton, ist zu übersetzen mit Jesus ist auch einer von den tektons, so auch

Jerusalem, Grabeskirche
Jerusalem, Grabeskirche

die Paral­lele Mk 6,3. Der Semitismus verwendet die Vokabel Sohn für die Bezeichnung der Zugehörigkeit. Das griechische Wort tekton kann einen Bauhandwerker, aber auch einen Architekten, einen Baumeister, einen Bauherren bezeichnen.

Jesus wird als tekton, als Architekt und Baumeister vorgestellt, weil er – im Auftrag des Fürsten Antipas – die Stadt Tiberias, die neue Hauptstadt Galiläas, errichtet hatte.

Die Idee, der Handwerker­sohn Jesus hätte alle seine Weisheiten durch göttliche Eingebung erhalten anstatt durch flei­ßiges Studieren, widerspricht dem Prinzip von Ockhams Rasier­messer, wonach die einfachste Lösung die richtige ist.

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1.4.10.
Meine Thesen sind dem Prinzip von Ockhams Rasiermesser verpflichtet. Dieses denkökonomische Prinzip wird dem englischen

Luxor, Feluke
Luxor, Feluke

Theologen und Philosophen William von Ockham (1290 – 1349) zugeschrieben, es besagt, dass man nur das absolut notwendige annehmen soll. Anders ausgedrückt: Die einfachste Hypo­these ist der komplexeren stets vorzuziehen. Es darf nichts zur Erklärung einer Tatsache als notwendig angenommen werden, das nicht auf eindeutigen Erfahrungen oder klaren Schlussfolgerungen beruht oder aus Glaubens­artikeln gefolgert werden kann.

Ein Beispiel: Das geozentrische Weltbild des Mittelalters zwang die Astronomen zu immer komplizierteren Berechnungen, um den Lauf der Gestirne präzise vorherzusagen. Nach dem Prinzip von Ockhams Rasiermesser ist das ko­per­nikanische Weltbild mit der Sonne im Zentrum dem geozentri­schen Weltbild vorzuziehen, weil es densel­ben Sachverhalt einfacher und eleganter beschreibt.