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5.11.5.
Die Marias im Neuen Testament sind wohlhabende Frauen, insbeson­dere Kauffrauen, die im Ruf alchemistischer Fähigkeiten standen

Ephesus, antike Toilette
Ephesus, antike Toilette

und die Christen materiell und finanziell unterstützten.

5.11.6.
Die Zeugung des Messias wurde als (alchemistischer) Schöpfungsakt verstanden, und nur einer ganz integren, also reinen Alchemistin konnte die Empfängnis des Messias mit Gottes Hilfe (Gottes Geist) gelingen.

Deshalb nannte man die Mutter des Messias nach der berühmten Alchemistin Maria. Dass sie Jungfrau genannt wird, weist auf ihre Rein­heit hin, deshalb muss Jesus in der Legende auch ihr erstgeborener Sohn sein.

5.11.7.
Auch die Auferstehung wurde als ein alchemistischer Schöpfungsakt angesehen. Sie wurde von den Maria genannten Frauen vorbereitet.

Als die Frauen an das Grab kamen und den Leib Jesu für die Auferstehung vorbereiten wollten, hatte der Schöpfergott als der Herr über die alchemistischen Kräfte und Geheimnisse die neue Schöpfung schon vollzogen und Jesus auferweckt.

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V  11   Maria und Joseph

5.11.1.
Die herrschende Meistererzählung über die Eltern Jesu

Ephesus, römischer Fußsoldat
Ephesus, römischer Fußsoldat

geht so: Die Hausfrau Maria und der Bauhandwerker Joseph waren die leiblichen Eltern Jesu.

5.11.2.
Die neue Grunderzählung über die Eltern Jesu geht so:

Maria war nicht der Name der Mutter Jesu. Der Name der Mutter gehört ebenso wie die Jungfrauschaft zur christlichen Legende der Herkunft des Messias.

5.11.3.

Maria war nicht der Name der im Neuen Testament Maria genannten Frauen, höchstens ihr Beiname.

5.11.4.
Maria war eine im Altertum sehr bekannte jüdische Alchemistin.

Literatur: Patai, Raphael: The Jewish Alchemists. A History and Source Book, Princeton, New Jersey 1994, S. 60-91; Schütt, Hans-Werner: Auf der Suche nach dem Stein der Weisen. Die Geschichte der Alchemie, München 2000, S. 117-126,