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Mit dem Entstehen der menschlichen Kultur, der Kulturfähigkeit des modernen Menschen entsteht etwas Neues, bisher nicht Dagewesenes.

Festumzug, Cusco, Peru, 27. 8. 1989
Festumzug, Cusco, Peru, 27. 8. 1989


Warum entwickelt sich die Kultur, der Geist? Welches sind die Gründe, was ist die Veranlassung zu dieser Neuheit, die die Welt der Spezies Mensch grundlegend ändern wird? Wie kam es dazu, dass das Gehirn durch einen Funktionswechsel zur Basis des menschlichen Geistes wurde?

Die zweite Frage: Worin besteht das Neue, wie kann man die spezifisch neuen Sachverhalte, die entstehen, beschreiben? In der Besprechung von Tomasellos Buch Die Ursprünge der menschlichen Kommunikation schreibt Jürgen Habermas:

Nachdem das Größenwachstum des menschlichen Gehirns aufgehört hatte, sind kulturelle Lernprozesse an die Stelle der genetischen Anpassung ge­tre­ten. Was anderen Tierarten fehlt, ist die generationen­übergreifende Wei­ter­gabe symbolisch gespeicherten Wissens, das im Lichte neuer Erfahrungen revidiert und erweitert wird.
(Jürgen Habermas 2009; Es beginnt mit dem Zeigefinger, in: DIE ZEIT Nr. 51/2009 vom 10.Dezember 2009, S. 45)

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