092

5.2.17.
Während der armenischen Krise suchten die Bürger von Caesarea Philippi, dessen Fürstenthron durch den Tod des Philippus 33 n. Chr.

Qumran-Höhlen
Qumran-Höhlen

verwaist war, einen Nachfolger für ihren verstorbenen Fürsten. Ihre Wahl fiel auf den in der Verbannung lebenden Jesus, den Ex-Statthalter von Galiläa, den die Bürger als treusorgenden Landesvater in Erinne­rung hatten.

So wurde Jesus aus Tyros zurückgeholt und zum desig­nierten Fürsten von Caesarea Philippi, im damaligen Sprach­gebrauch zum Gesalbten, zum Messias. Die Bürger von Caesarea Philippi verbanden mit dieser Wahl die Hoffnung auf eine rom-unabhängige Politik an der Seite der parthischen Großmacht, Mk 8,27-30 par.

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091

5.2.16.
In den Jahren 35 – 36 n. Chr. führte die armenische Krise, ein Konflikt zwischen Rom und den Parthern

Jerusalem, Schrein des Buches
Jerusalem, Schrein des Buches

um das Königreich Armenien dazu, dass Jesus im politischen Machtpoker der jüdischen Territorien wieder im Rennen war.

Im Jahr 35 n. Chr. starb der armenische König Artaxias, der mit Rom durch einen Freundschaftsvertrag verbunden war. Der parthische Großkönig Artabanos III. erwartete unter dem alternden Kaiser Tiberius den Niedergang Roms, eroberte die armenische Hauptstadt Artaxata und setzte seinen ältesten Sohn Arsakes als armenischen König ein.

Die armenische Krise führte 35 – 36 n. Chr. zu einer kurzzeitigen Schwächung der römischen Macht im Osten und zur Hoffnung auf eine Unabhängigkeit der jüdischen Provinzen von Rom, Tacitus, Annalen 6,31ff; Ant 18,4,4, Karl Christ, Das römische Kaiser­reich, München 3. Aufl. 1995, S. 205f.