209

Die Althistoriker und die klassischen Philologen hätten manches Wichtige zu den biblischen Themen zu sagen, aber der Fächerkanon der Universitäten verwehrt ihnen, sich mit biblischen Themen wissenschaftlich zu beschäftigen.

Seelöwenjunges, Fernandina, Galapagos August 1989
Seelöwenjunges, Fernandina, Galapagos August 1989

Ohne den Streit mit Andersdenkenden ist die Theologie verkümmert. Welche großartigen Erkenntnisse hat sie denn in den letzten einhundert Jahren geliefert, in denen die anderen Wissenschaften reüssierten?

 

Die Theologie klammert sich immer noch an das biblische Märchen von Großreich Davids, an die Quellenscheidung im Pentateuch aus dem 19. Jahrhundert und an die übernatürlichen Wunder Jesu! Wenn das Wissenschaft sein soll, dann gute Nacht.

 

Die Theologie ist keine Wissenschaft, nur Scholastik, weil sie radikale Kritik nicht aushält, stirbt sie als Wissenschaft an Sauerstoffmangel.

208

„Ohne Streit stirbt Wissenschaft an Sauerstoffmangel.“ (Christian Benne, FAZ, 5. September 2018).

Seelöwe, Rápida, Galapagos August 1989
Seelöwe, Rápida, Galapagos August 1989

Ich möchte hier eins klarstellen:

 

Ich bin nicht wichtig.
Meine Thesen sind nicht wichtig.
Aber Jesu Botschaft der Versöhnung ist wichtig.
Diese Botschaft Jesu ist großartig, sie ist ein großartiges Kulturerbe der Menschheit.

 

Jesu Botschaft der Versöhnung hat es nicht verdient, in den Elfenbeintürmen der Theologen als museales Ausstellungsstück zu verkümmern.Die Jesus-Botschaft muss, im Gegensatz zu manchen Theologie-Professoren, den rauhen Wind der kritischen Wissenschaft, die kritischen Anfragen der Gegner des Christentums, nicht fürchten.

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207

In der Enzyklika „Fides et Ratio“ von Papst Johannes Paul II. vom 14. September 1998 heißt es:

Seelöwen, Nordseymor, Galapagos August 1989
Seelöwen, Nordseymor, Galapagos August 1989

„104. Das philosophische Denken ist oft das einzige Terrain für Verständigung und Dialog mit denen, die unseren Glauben nicht teilen.“

 

Das ist ein großes Wort eines großen Papstes.

 

In der Jesus- und Bibelforschung wird dieses einzigartige Terrain aber von den Theologen zerstört, indem die Vernunft und das philosophische Denken, ausgesperrt werden.

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206

Ich bedaure sehr, dass Theologen im Umgang mit grundsätzlicher Kritik an Theologie und Kirche

Seelöwenbaby, jünger als eine Woche, Rápida, Galapagos August 1989
Seelöwenbaby, jünger als eine Woche, Rápida, Galapagos August 1989

nicht die Souveränität zeigen, die ihnen sonst als Hochschullehrer eigen ist.

 

Es sind viele hochgelehrte Männer und Frauen unter ihnen, mit denen ich gern fachsimpeln würde über Gott und die Welt. Aber bei „Gott“ und „Jesus“ hört bei ihnen die Freundschaft auf. Da kennen sie kein Pardon, keine christliche Gnade, nur harte Kirchenräson.

205

Der bekannte italienische Wissenschaftshistoriker Paolo Rossi hat in dem Buch „Die Geburt der modernen Wissenschaft in Europa“ (deutsch München 1997) in der

Seelöwin, Baby, Rápida, Galapagos August 1989
Seelöwin, Baby, Rápida, Galapagos August 1989

Einleitung die Scholastik und die moderne Wissenschaft der frühen Neuzeit gegenüber gestellt. Die mittelalterliche scholastische Methode erinnert dabei stark an die Arbeitsweise der Theologie von heute, wie sie in den Antwortbriefen manifest wurde.

 

Rossi schreibt (S. 19): „Die moderne Wissenschaft ähnelt der Erforschung eines neuen Kontinents, die mittelalterliche der beharrlichen Auslotung von Problemen nach kodifizierten Regeln.“

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204

Legt man den Theologen einen Text zur Prüfung vor, dann fragen sie nicht etwa danach,

Seelöwenbabys, Rápida, Galapagos August 1989
Seelöwenbabys, Rápida, Galapagos August 1989

ob der Text in sich schlüssig ist, vielleicht neue Ideen enthält, die die Wissenschaft voranbringen könnten. Nein, sie fragen nur danach, wie sich der neue Text zur Schulmeinung der Theologierichtung verhält, der sie angehören. Konformität ist gefragt, Abweichler werden mit Karriereende bestraft. Damit sind meine Thesen schon einmal durchgefallen.

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203

Die Antwortschreiben der Theologen zeigen ein einheitliches Schema:

Seelöwin, Baby, Nordseymor, Galapagos August 1989
Seelöwin, Baby, Nordseymor, Galapagos August 1989

Da die Theologie sich selbst als Bewahrer und Verteidiger ewiger Wahrheiten sieht, kann alles Neue nur ein Angriff auf diese ewigen Wahrheiten und deshalb nur falsch sein. Eine neue Sicht auf alte Probleme als Bereicherung  zu sehen, gehört nicht zu den Kategorien, in denen Theologen denken. Neugier auf Neues, auf Unbekanntes, das den Wissenschaftler auszeichnet, ist in der Theologie vollends verpönt.

 

Es geht immer nur darum, die alten Wahrheiten nicht als Ladenhüter erscheinen zu lassen. Die alten Wahrheiten sollen vielmehr in einer verkaufsfähigen Verpackung, die dann durchaus neu sein darf, präsentiert werden. Das ist das Geschäft der Theologie.