212

Mein Leserbrief an die Frankfurter Allgemeine Zeitung (zu Raoul Schrott „Homers Geheimnis ist gelüftet“ vom 22. Dezember 2007), veröffentlicht in der Ausgabe vom 5. Februar 2008:

Blaufußtölpel, Nord-Seymor, Galapagos
Blaufußtölpel, Nord-Seymor, Galapagos

Wie die Ilias literaturgeschichtlich nicht ohne das Gilgamesch-Epos. so ist das Markus-Evangelium nicht ohne Homers Werk zu verstehen.

 

Raoul Schrott hat mir wieder bewusst gemacht, welch wichtige Vermittlerrolle Homer zwischen der altorientalischen Kultur, deren Mythen er aufnimmt, und der hellenistischen und römischen Welt, die ihn als Vorbild feiert, spielt.

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211

Mein Leserbrief vom 9. April 2001 (Fortsetzung):

Rote Felsenkrabbe, Fernandina, Galapagos
Rote Felsenkrabbe, Fernandina, Galapagos

Seit Aratos im dritten Jahrhundert vor Christus in einem neuen astronomischen Lehrgedicht eine modernere Sternenkarte schuf, wurde Homer vor allem als Dichter zweier Heldenepen verstanden, aber noch Lukian im zweiten Jahrhundert n. Chr. wusste, dass das Liebesabenteuer von Aphrodite und Ares (Odyssee 8, 266 – 366) sich auf die Konjunktion der Planeten Venus und Mars am Sternenhimmel bezog (Lukian, Astrologie 22).

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210

Mein Leserbrief an die Süddeutsche Zeitung (zum Bericht über eine Troja-Ausstellung), veröffentlicht in der Ausgabe vom 9. April 2001:

Rote Felsenkrabbe, Isabela, Galapagos
Rote Felsenkrabbe, Isabela, Galapagos

Der von Homer geschilderte Krieg in der trojanischen Ebene fand nicht auf der Erde, sondern am Himmel statt. Teilnehmer des Krieges waren nicht die Griechen und die Trojaner auf der Erde, sondern die Sterne und die Sternbilder des Himmels über Troja und der Ägäis. Ziel des Krieges war nicht die Eroberung Trojas, sondern das Auswendiglernen der himmlischen Geografie.

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209

Die Althistoriker und die klassischen Philologen hätten manches Wichtige zu den biblischen Themen zu sagen, aber der Fächerkanon der Universitäten verwehrt ihnen, sich mit biblischen Themen wissenschaftlich zu beschäftigen.

Seelöwenjunges, Fernandina, Galapagos August 1989
Seelöwenjunges, Fernandina, Galapagos August 1989

Ohne den Streit mit Andersdenkenden ist die Theologie verkümmert. Welche großartigen Erkenntnisse hat sie denn in den letzten einhundert Jahren geliefert, in denen die anderen Wissenschaften reüssierten?

 

Die Theologie klammert sich immer noch an das biblische Märchen von Großreich Davids, an die Quellenscheidung im Pentateuch aus dem 19. Jahrhundert und an die übernatürlichen Wunder Jesu! Wenn das Wissenschaft sein soll, dann gute Nacht.

 

Die Theologie ist keine Wissenschaft, nur Scholastik, weil sie radikale Kritik nicht aushält, stirbt sie als Wissenschaft an Sauerstoffmangel.

208

„Ohne Streit stirbt Wissenschaft an Sauerstoffmangel.“ (Christian Benne, FAZ, 5. September 2018).

Seelöwe, Rápida, Galapagos August 1989
Seelöwe, Rápida, Galapagos August 1989

Ich möchte hier eins klarstellen:

 

Ich bin nicht wichtig.
Meine Thesen sind nicht wichtig.
Aber Jesu Botschaft der Versöhnung ist wichtig.
Diese Botschaft Jesu ist großartig, sie ist ein großartiges Kulturerbe der Menschheit.

 

Jesu Botschaft der Versöhnung hat es nicht verdient, in den Elfenbeintürmen der Theologen als museales Ausstellungsstück zu verkümmern.Die Jesus-Botschaft muss, im Gegensatz zu manchen Theologie-Professoren, den rauhen Wind der kritischen Wissenschaft, die kritischen Anfragen der Gegner des Christentums, nicht fürchten.

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207

In der Enzyklika „Fides et Ratio“ von Papst Johannes Paul II. vom 14. September 1998 heißt es:

Seelöwen, Nordseymor, Galapagos August 1989
Seelöwen, Nordseymor, Galapagos August 1989

„104. Das philosophische Denken ist oft das einzige Terrain für Verständigung und Dialog mit denen, die unseren Glauben nicht teilen.“

 

Das ist ein großes Wort eines großen Papstes.

 

In der Jesus- und Bibelforschung wird dieses einzigartige Terrain aber von den Theologen zerstört, indem die Vernunft und das philosophische Denken, ausgesperrt werden.

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206

Ich bedaure sehr, dass Theologen im Umgang mit grundsätzlicher Kritik an Theologie und Kirche

Seelöwenbaby, jünger als eine Woche, Rápida, Galapagos August 1989
Seelöwenbaby, jünger als eine Woche, Rápida, Galapagos August 1989

nicht die Souveränität zeigen, die ihnen sonst als Hochschullehrer eigen ist.

 

Es sind viele hochgelehrte Männer und Frauen unter ihnen, mit denen ich gern fachsimpeln würde über Gott und die Welt. Aber bei „Gott“ und „Jesus“ hört bei ihnen die Freundschaft auf. Da kennen sie kein Pardon, keine christliche Gnade, nur harte Kirchenräson.