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Bitte um Stellungnahmen … – die Antworten

Professor Dr. Joachim Kügler, Bamberg, am 16. März 2018

lieber herr neumann,

Meerechsen, Fernandina, Galapagos August 1989
Meerechsen, Fernandina, Galapagos August 1989

haben sie vielen dank für die zusendung ihres jesus-buches!

mit der wiss. auseinandersetzung, die sie sich wünschen, wird es aber wohl nicht viel werden.

der grund liegt nicht darin, dass ich es als atheistischen angriff sehe (das ist es m.e. überhaupt nicht!), sondern darin, dass sie häufig nicht offenlegen, wie sie zu ihren überraschenden thesen kommen.

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188

Bitte um Stellungnahmen von Theologen zu den Thesen des Blogs – die Antworten

Professor Dr. Ruben Zimmermann, Mainz, am 15. März 2018

Meerechsen, Fernandina, Galapagos August 1989
Meerechsen, Fernandina, Galapagos August 1989

Sehr geehrter Herr Neumann,

haben Sie besten Dank für die Zusendung des Büchleins Jesus Puzzle. Ich werde es aufgrund seiner provokant thetischen Form sicher gerne im Lehrbetrieb einsetzen.

Die Frage nach Fakten und Fiktionen ist in der Tat sehr bedeutsam. Wenn Sie der wissenschaftliche Diskurs dazu interessiert, hänge ich einen neuen Aufsatz dazu an.

Freundliche Grüße

Ruben Zimmermann

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Bitte um Stellungnahmen …, mein Anschreiben (Fortsetzung 7)

Es ist drittens keine Frage, dass Jesus in den meisten Texten der Evangelien als Prediger und als Vorbild christlicher Prediger geschildert wird.

Meerechse, Fernandina, Galapagos August 1989
Meerechse, Fernandina, Galapagos August 1989

Andererseits wird der Graben zwischen Jesus und den Jüngern stark betont (sinkender Petrus).

 

Paulus überliefert zwar Worte Jesu, Jesus ist bei ihm aber eher der Kultheros als der erste christliche Prediger. Ich plädiere auch hier für eine Öffnung der Wahrnehmung und für die Diskussion verschiedener Modelle.

 

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186

Bitte um Stellungnahmen …, mein Anschreiben (Fortsetzung 6)

Die Exegese der Evangelientexte folgt häufig unausgesprochen der jetzt sogenannten kanonischen Exegese,

Meerechsen, Fernandina, Galapagos August 1989
Meerechsen, Fernandina, Galapagos August 1989

die Ratzinger als vorbildlich darstellt, die aber weithin auch in der Theologie die Auslegung bestimmt: Der Einzeltext wird verkürzend im Sinne des Gesamtevangeliums und darüber hinaus des neutestamentlichen Kanons ausgelegt.

 

Im Sinne des Ansatzes von Werner Kelber sollte die Auslegung in der historischen Forschung aber geöffnet werden zu einer breiten Auslegung, zu verschiedenen Möglichkeiten des Verständnisses, zuerst zu der Frage, welche Botschaft hat die einzelne Perikope, welches Bild von Jesus vermittelt sie.

 

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Bitte um Stellungnahmen …, mein Anschreiben (Fortsetzung 5)

Werner H. Kelber hat in einem bedenkenswerten Aufsatz

Meerechsen, Fernandina, Galapagos August 1989
Meerechsen, Fernandina, Galapagos August 1989

(Der historische Jesus. Bedenken zur gegenwärtigen Diskussion aus der Perspektive mittelalterlicher, moderner und postmoderner Hermeneutik, in: Jens Schröter und Ralph Brucker, Der historische Jesus, 2002, S. 15-66) darauf hingewiesen, dass die Auslegungsbreite der biblischen Texte sich seit dem Mittelalter und in der Neuzeit vom vierfachen Schriftsinn auf dem wörtlichen Sinn und weiter auf den historischen Sinn der Texte verengt hat.

 

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184

Bitte um Stellungnahmen …, mein Anschreiben (Fortsetzung 4)

Ich plädiere deshalb erstens für die Trennung von Jesusforschung und Christusglaube.

Meerechse, Fernandina, Galapagos August 1989
Meerechse, Fernandina, Galapagos August 1989

Die Bevormundung der historischen Forschung zum Frühchristentum durch die Kirche sollte ebenso aufhören wie die Festlegung heutiger christlicher Identität durch die zufälligen und immer wieder zu revidierenden Ergebnisse historischer Jesusforschung.

 

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183

Bitte um Stellungnahmen …, mein Anschreiben (Fortsetzung 3)

Andererseits kann sich die Kirche nicht von den zufälligen Ergebnissen der historischen Wissenschaft abhängig machen.

Meerechse, Fernandina, Galapagos August 1989
Meerechse, Fernandina, Galapagos August 1989

Die kulturelle Identität der Christen beruht auf den allgemein­christlichen und konfessionellen Traditionen, denen die Kirchen mit ihrem religiösen und ethischen Erbe verpflichtet sind und die sie behutsam an die je aktuelle Situation anpassen müssen. Es wäre verfehlt, wenn sich die Jesushistoriker als die neuen Zuchtmeister des christlichen Glaubens aufspielen wollten.

 

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