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2. Die Judenchristen der Jakobuskirche verziehen Simon Petrus dessen eigene messianische Ansprüche nicht und legten sie als Verleugnung Jesu aus. Sie verehrten in Jesus den Leidenden und wiesen auf die Leiden und die menschliche Verzagtheit Jesu (Gethsemane) hin.

3. Die Verurteilung Jesu durch die jüdische Gerichtsbarkeit gehört historisch zur Absetzung als Statthalter, wird in der Legende aber dramatisch wirkungsvoll vor die Verurteilung durch den Römer gesetzt.

4. Die Verurteilung durch Pilatus und die Kreuzigung sind historische Tatsachen. Obwohl ein Prozess vor dem Kaiser nicht stattfand, wird Pilatus in Rom jedem, der es hören wollte, seine Unschuld beteuert haben. Daher die Legenden vom bösen Traum seiner Frau und vom Hände waschen, Matthäus 26, 19.24.

5. Die christlichen Frauengruppen (Maria) verweigerten die mit der Kreuzi­gung verbundene damnatio memoriae (Verbot des Toten­geden­kens) und traten für ein ehren­volles Begräbnis ein, damit die Seele Jesu nach dem Tod im Totenreich zur Ruhe kommen könne, vgl. Sophokles, Antigone.

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