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Erläuterung:

Schreiber, Calle Ayacucho, Cusco, Peru, 1989
Schreiber, Calle Ayacucho, Cusco, Peru, 1989


Obwohl das Gehirn ein sehr teures Organ ist, das viel Energie verbraucht, ist in der Evolution eine stete Zunahme der Gehirngröße festzustellen. Bei den Affen dient das größere Gehirn nach Robin Dunbar dazu, soziale Beziehungen zu einer größeren Zahl von Individuen herzustellen und eine größere stabile soziale Gruppe zu bilden.

In der Evolution des Menschen stieg das Gehirn­volumen weiter an, wurde aber durch die Weite des Geburtskanals der Frau begrenzt. Diese natürliche Grenze des Gehirnwachstums wurde erstens durch eine postnatale Wachstumsphase des kindlichen Gehirns umgangen.

Als auch diese Möglichkeit der Gehirnvergrößerung ausgeschöpft war, fand die Evolution eine zweite Möglichkeit, die Begrenzung des hominiden Gehirns zu überwinden. Das Gehirn des Individuums wuchs zwar selbst nicht weiter, kommunizierte aber in einer neuartigen Weise mit den Gehirnen anderer Gruppenmitglieder, so dass Wissen und Aufgaben zwischen den Gruppenmitgliedern aufgeteilt werden konnten.

Auf diese Weise entstand ein Netz, wie wir es von PC-Netzwerken kennen. Mit dem größeren postnatal vollendeten und netzwerkfähigen Gehirn war die biologische Voraussetzung für die Evolution des menschlichen Geistes gegeben, der wir uns jetzt zuwenden.

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