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Erläuterung:

Bahnfahrt zum Titicaca-See, Peru
Bahnfahrt zum Titicaca-See, Peru

Kein Säugetier auf der Erde hat Junge hervorgebracht, deren Entwicklung zur Reife länger dauert oder die so lange auf die Unterstützung so vieler anderer angewiesen sind wie die Menschen im Pleistozän.
Umsorgt von Alloeltern und Eltern, wuchsen diese unglaublich kostspieligen und mit einem großen Gehirn ausgestatteten Nachkommen langsam heran und überlebten doch in hinlänglicher Zahl, um eine Gründerpopulation hervorzubringen, die in der Lage war, in neue Lebensräume vorzudringen, dort Kinder aufzu­ziehen, sich auszubreiten und schließlich die ganze Erde zu bevölkern.
Versorgt nicht nur von ihren Müttern, sondern auch von anderen Mitgliedern der Gruppe, konnten sogar Nachkommen, die lange, bevor sie für sich selbst sorgen konnten, entwöhnt wurden, langsam heranwachsen, ohne Hunger zu leiden.
(Sarah Blaffer Hrdy 2010: Mütter und andere, Berlin, S. 377)

Durch die längere Kindheit und Jugend­zeit hat sich die Aufzucht des Nachwuchses beim Menschen und seinen Vor­läu­fern extrem verteuert. Sarah Blaffer Hrdy, von der das Zitat stammt, hat sich mit dem verlängerten Lebenslauf des Menschen und sei­nen Folgen beschäftigt.

In unserem Zusammenhang ist ihre Rolle als Kronzeugin dafür wichtig, dass die Mütter die Aufzucht ihrer Kinder nicht allein bewältigen konnten, sondern die Hilfe von Alloeltern, also weiteren Helfern, benötigten und erhielten.

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