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These 14

Mutter und Säugling 2

Altar-Stein, Machu Picchu, Peru
Altar-Stein, Machu Picchu, Peru


Das Neugeborene kann keine eigenen Aktivitäten entfalten, es orientiert sich an der Mutter und versucht, deren Handlungen vorauszusehen, ihre Intentionen zu teilen. Das ist der Ursprung der geteilten Intentio­nalität, die nur beim Men­schen beobachtet wurde.

Intentionale Kom­muni­kation und Kooperation haben phylogenetisch ihren Ursprung in der Kom­muni­ka­tion und Kooperation von Mutter und Säugling während dessen Hilf­losig­keit im ersten Lebensjahr.

Erläuterung:

Ausgangspunkt meiner Überlegungen ist hier die Studie von Michael Tomasello über Die Ursprünge der menschlichen Kommunikation (Frankfurt/M. 2009). Seine Ausführungen zu Zeigegesten als Anfang der Kommunikation sind überzeugend.

Was aber den evolutionären Beginn typisch mensch­licher Kommunikation und Koope­ration angeht, bin ich auf­grund theoretischer Überlegungen zu anderen Schluss­folge­rungen gelangt. Tomasello beschreibt in Kapitel 5 die Phylo­genetischen Ursprünge.

Zentraler Kontext des Beginns der mensch­lichen koopera­tiven Kommunikation ist für ihn die mutua­listische (für beide nutz­bringende) gemeinsame Tätig­keit von Erwach­senen (S. 183). Er denkt sich den Prozess so, dass in einem ersten Schritt in den Gruppen egoisti­scher Affen tolerantere und großzügigere Individuen sich zusammentun und 1. kooperieren und 2. gemeinsame Ziele finden und diese kommuni­zieren (S. 208f).

Aber das Szenario Tomasellos ist zu stark davon geprägt, irgendwie den Weg von den egoistischen Affen zu den kooperierenden Menschen zu finden. Ohne den Menschen als den bekannten Zielpunkt der Evolution ist sein Szenario nicht plausibel.

In der Hypothese fehlen zwei Sachverhalte, die für deren Tragfähig­keit ent­schei­dend wären:

1. Es gibt keinen Vorschlag für die Situation, in der der erste Schritt getan wurde.         

2. Es gibt keinen Vorschlag für das Individuum, das den ersten Schritt getan hat.

Die Idee, einen allmählichen Übergang von einem Sachverhalt zu einem anderen zu postulieren, erinnert mich zu stark an die zielgerichtete Evolution, die aber nach der darwinschen Theorie ausgeschlossen ist (These 2).

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