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III.     Das Gehirn

These 9

Das teure Gehirn

Festumzug, Cusco, Peru, 27. 8. 1989
Festumzug, Cusco, Peru, 27. 8. 1989


Das Gehirn ist für ein Lebewesen ein sehr teures Organ, weil es sehr viel Energie verbraucht. Dennoch ist über die Säugetiere, die Primaten, die Affen, die Großaffen und schließlich die Hominiden bis zum Men­schen eine stete Zunahme der relativen Gehirn­größe zu beobachten.

Erläuterung:

Am Anfang sollen zwei Zahlen zum Energieverbrauch die Kosten des Gehirns deutlich machen: 1. Das Gehirn verbraucht rund 20 % der gesamtem im Körper verbrauchten Energie. 2. Mehr als 50 % der Energie, die der menschliche Fötus aufnimmt, werden zum Aufbau seines Gehirns verwendet.

Jetzt sollen drei Autoren, die sich im Zusammenhang der menschlichen Evolution zu den Kosten des Gehirns geäußert haben, zu Wort kommen. Robin Dunbar, von dem ich die erste Prozentzahl übernommen habe, schreibt:

Hirngewebe ist ungewöhnlich kostspielig, sowohl was das Wachsen als auch was die Instandhaltung angeht. Es benötigt ungefähr zehnmal mehr Energie, als man von seinem Gewicht her erwarten würde, und es ist das teuerste Gewebe nach dem des Herzens und der Leber.

Obwohl das durchschnittliche Gehirn eines erwachsenen Menschen nur rund 2 % seines gesamten Körper­gewichts ausmacht, verbraucht das Organ unter der Schädeldecke ungefähr 20 % der gesamten Körperenergie, wenn sich die betreffende Person in Ruhe befindet (und sogar noch mehr, wenn sie aktiv wird).
(Robin Dunbar 2010: Warum die Menschen völlig anders wurden, in: Fischer/ Wiegandt: Evolution und Kultur des Menschen, Frankfurt/M., S. 244-269, S. 254)

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