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These 8

Die biologischen Ursachen

Festumzug, Cusco, Peru, 27. 8. 1989
Festumzug, Cusco, Peru, 27. 8. 1989


Die erste Aufgabe besteht darin, die biologischen Mechanismen zu be­schrei­ben, die zur Entstehung des menschlichen Gehirns führten. Es  sind also die biologischen Ursachen für die Entwicklung des mensch­lichen Gehirns, des Gehirnwachstums und des Endes des Gehirn­wachstums vor Beginn der Kulturleistungen des homo sapiens darzu­legen.

Die zweite Aufgabe besteht darin zu beschreiben, wie das bereits vorhandene menschliche Gehirn durch einen Funktionswechsel zur biologischen Basis des Geistes werden konnte.

Erläuterung:

Wenn ich bei einem Gegenstand die Einzelheiten nicht gut genug erkenne, nehme ich eine Lupe zu Hilfe, will ich noch mehr Details oder Material­strukturen erkennen, benutze ich ein Mikroskop. Will ich einen Sachverhalt wissenschaftlich erforschen, dann besteht eine Methode darin, den Sachverhalt in viele kleine Problemfelder aufzugliedern, die jeweils einzeln untersucht werden. Am Ende werden die Lösungen wieder zusammengefasst.

Die erste Aufgabe besteht also darin, die entschei­denden Problemfelder zu finden, deren Lösung einen Beitrag zur Gesamtlösung bieten kann. Die Aufteilung in den biologischen Prozess des Gehirnwachstums und den kulturellen Prozess der Entstehung des Geistes hatten wir schon erörtert. Der biologische Sachverhalt birgt zunächst die Frage, worin die Besonderheit des Gehirns als biologisches Organ liegt.

Dann ist zu fragen, wie das erstaunliche Wachstum des Gehirns in der Evolution der Affen und der Großaffen bis zu den Hominiden und zum heutigen Menschen zu erklären ist. Haben wir das Gehirnwachstum als Evolutionsprinzip erkannt, wird das Ende dieses Wachstum mit dem Auftreten des modernen Menschen zum weiteren Rätsel, das es zu lösen gilt. Dazu schreibt Ernst Mayr:

Vielleicht ebenso beachtlich ist, daß, sobald vor mehr als 100 000 Jahren das Stadium des Homo sapiens einmal erreicht war, kein weiterer nennens­werter Zuwachs in der Gehirngröße mehr stattfand. Aus welchem Grunde die Auslese dem primitiven Menschen zu einem solch perfekten Gehirn verholfen haben sollte, daß es 100 000 Jahre später die Leistungen eines Descartes, Darwin oder Kant oder die Erfindung des Elektro­nengehirns und die Reisen zum Mond oder die literarischen Schöpfungen eines Shakespeare oder Goethe erlauben sollte, ist schwer zu verstehen. (Mayr 2002, S. 501)

Hat Ernst Mayr Recht mit der Behauptung des perfekten Gehirns des modernen Menschen?

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