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Der römische Dichter Vergil nutzte den großen Homer

Bindenfregattvögel, Nord-Seymor, Galapagos
Bindenfregattvögel, Nord-Seymor, Galapagos

als Vorlage, um für seine Zeitgenossen den neuen Geist des augusteischen Rom auszudrücken.

 

Der Evangelist Markus hat die Schönheit des homerischen Schemas benutzt, um die christliche Überlieferung für seine Mitchristen in eine leicht erinnerbare und erzählbare Form zu bringen (siehe dazu meine Leserbrief in der FAZ vom 5. Februar 2008).

 

Goethe verwendete den Fauststoff, um seinem Theater­publi­kum den Konflikt zwischen Tradition, Aufklärung und Revolution nahezubringen.

 

Und Homer? Was für Vergil Stand der Wissenschaft ist und bei Markus plausibel erscheint, die Verwurzelung in einer älteren literarischen Tradition, hat Schrott auch für die Ilias plausibel gemacht.

 

Alle drei Autoren, Vergil, Mar­kus und Homer stehen an einer Zeitenwende und sind schon Teil der neuen Zeit, wie Vergil und Markus bleibt eben auch Homer nicht in der erlern­ten, der assyrischen Tradition stehen, sondern begründet eine neue literarische Schule und wirbt für eine neue, eine griechische kulturelle Identität.

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