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Mein Leserbrief an die Süddeutsche Zeitung (zum Bericht über eine Troja-Ausstellung), veröffentlicht in der Ausgabe vom 9. April 2001:

Rote Felsenkrabbe, Isabela, Galapagos
Rote Felsenkrabbe, Isabela, Galapagos

Der von Homer geschilderte Krieg in der trojanischen Ebene fand nicht auf der Erde, sondern am Himmel statt. Teilnehmer des Krieges waren nicht die Griechen und die Trojaner auf der Erde, sondern die Sterne und die Sternbilder des Himmels über Troja und der Ägäis. Ziel des Krieges war nicht die Eroberung Trojas, sondern das Auswendiglernen der himmlischen Geografie.

 

Die Zuhörer der Darbietungen waren nicht kulturbeflissene Adlige, sondern Seeleute, die die genaue Kenntnis des Sternenhimmels benötigten, um – vor der Entdeckung von Kompass und Uhr – ihre Zielhäfen sicher und auf dem kürzesten Wege zu erreichen.

 

Die Handlungen des „Kriegs der Sterne“ spielten nur deshalb vor Troja, weil die damals größte Seehandelsstadt viele anatolischen Landratten zu navigationstüchtigen Seeleuten ausbilden musste.

 

Homer hat später die viel erzählten trojanischen Sternsagen zu dem astronomischen Lehrgedicht Ilias zusammengefasst, um den Griechen der Kolonisationszeit des achten Jahrhunderts vor Christus, die gerade die Hochseeschiffahrt erlernten die überlegene trojanischen Sternenkunde und Navigationskunst zu vermitteln. Die seefahrenden Griechen liebten Homer über aller, weil die Kenntnis seiner Dichtung ihnen das Überleben auf hoher See sicherte.

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