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3.3.3.
Markus Schauer hat in seiner Habilitations­schrift 2006 die Figur des Aeneas dux in Vergils Aeneis untersucht. Er nennt Vergils Dichtung

Caesarea Maritima, Götterfuß
Caesarea Maritima, Götterfuß

in der Veröffentlichung 2007 im Untertitel Eine literarische Fiktion in augusteischer Zeit. Schauer schreibt (S.279):

Weit mehr als eine Auseinandersetzung mit dem aktuellen Herrscher stellt das Epos … einen Beitrag zur Identitätsstiftung des römischen Volkes dar, in dem Vergil im übrigen immer noch den eigentlichen Herrscher sah…

Die Aeneis ist, wie die vergilische Hirten- und Bauernwelt, eine Parallelwelt, eine geistige Idealwelt, in der  ein Volk und sein Herrscher noch eins sind und sein Herrscher mit den Göttern kommuniziert. Wie die Aeneis auf kosmologischer Ebene ein Gleichnis für Ordnung und Chaos ist, so ist sie auf der politischen Ebene ein Gleichnis für Zwietracht und Eintracht.

Diese Aussagen können eins zu eins auf Mose und die Mosegeschichte übertragen werden. Auch für die Mosegeschichte gilt:

(Sie ist) eine Parallelwelt, eine geistige Idealwelt, in der ein Volk und sein Herrscher (Mose) noch eins sind und sein Herrscher mit den Göttern kommu­niziert.

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