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1.5.10.
Die traditionelle Erzählung über Flavius Josephus und seine Bedeutung als Quelle für Jesus und das Urchristentum geht so: Wenn Josephus

Theben West, Lastesel
Theben West, Lastesel

Kenntnis von Jesus und den Christen gehabt hätte, hätte er sie selbst­verständlich erwähnen müssen. Da er sie nicht erwähnt, war die Sekte der Christen offenbar so unbedeutend, dass er sie nicht kannte oder zumindest nicht für erwähnenswert hielt.

Das Testimonium Flavianum (Ant 18,3,3) wird zu Recht als christlicher Einschub bewertet. So bleiben als einzige historische Informationen über christliche Sachver­halte bei Josephus in Ant 20,9,1 die Erwähnung der Steinigung des Herren­bruders Jakobus und in Ant 18,5,2 der Bericht über Johannes den Täufer.

1.5.11.
Ich vertrete dazu folgende Meinung: Bereits unter Kaiser Claudius (41-54 n. Chr.) gab es das bekannte Edikt, dass der Kaiser die Juden aus Rom vertrieb, weil sie, durch einen gewissen Chrestos (=Christus) aufge­sta­chelt, Unruhe stifteten, Sueton, Claudius, 25,4, vgl. Apg 18,2. Jose­phus war, das darf man annehmen, in Rom gut vernetzt, und die römische Christen­gemein­de, der schon Paulus einen Brief gewidmet hatte, dürfte seiner Aufmerk­sam­keit nicht entgangen sein.

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